Ohne allzu grosse Angst vor falscher Information kann man sagen, dass der spanische Galgo von den Vertades Romano abstammt, den die Römer mit nach Spanien brachten. Dieser wiederum stammt vom ägyptischen Windhund ab und es sollte einen nicht wundern, dass der spanische Galgo dieser pharaonischen Rasse ähnelt. Der einzige erkennbare Unterschied sind die Ohren, die bei den ägyptischen Hunden aufrecht standen, während die des Galgos seitlich herunterfallen.

 

Eine andere Hypothese geht davon aus, dass die Kelten den Galgo mit auf die Halbinsel brachten, als sie sich in Galicia niederließen, und daher kommt im Lateinischen auch der Name des Galgos, Canis Callicus. Sicher ist, dass der Galgo von den alten ägyptischen Hunden abstammt. Es gibt noch eine nicht so logisch erscheinende Annahme, nach der der Windhund vom Sloughi abstammt und im 9. Jhd. mit den Arabern nach Spanien kam. Jüngere Forschungen haben die Möglichkeit hervorgehoben, dass 2 Arten ähnlicher Hunde von zwei verschiedenen Herkünften kamen (den Römern und den Kelten) und das spätere Kreuzungen zwischen ihnen über die Jahre hinweg die bestehenden Unterschiede zwischen den Greyhounds und den Galgos erklären.

 

 

 

Zu Anfang waren Galgos edle Tiere, deren Haltung nur dem Adel vorbehalten war. Die Tiere wurden bei großen Jagden eingesetzt. Personen niederer Herkunft waren mit der Versorgung der Tiere beauftragt. Sie machten sich mit einigen Tieren aus dem Staub und begannen wahllos Galgos zu vermehren.

 

Von diesem Moment an war der Galgo kein edler Hund mehr, der nur dem Adel vorbehalten war, sondern ein Hund, der mit den untersten Schichten der spanischen Gesellschaft in Verbindung gebracht wurde. Etwa gleichzeitig begannen die adeligen Schichten in Südspanien damit, Greyhounds aus Irland zu importieren. Ihnen imponierte die große Schnelligkeit, die dem Galgo fehlte. Das Resultat aus dieser Kreuzung war eine neue anglo-spanische Rasse. Das Kuriose dabei war, dass diese Rasse als „englischer Greyhound“ bekannt wurde, obwohl ihre Vorfahren nicht aus England kamen, sondern aus Irland.

 

Abermals waren es Menschen aus den niederen Schichten, die die Tiere betreuten. Sie ließen ihre eigenen Hündinnen von den irischen Greyhounds, die sie pflegen, decken. Die Zahl der Kreuzungen aus dem spanischen Galgo und dem irischen Greyhound stieg explosionsartig an. Das irische Blut bringt die Geschwindigkeit, das spanische Blut die Ausdauer, beides wichtig für die Jagd.

 

Als im zwanzigsten Jahrhundert die Zahl der Galgos explosionsartig anstieg, war es für jeden Haushalt möglich einen dieser Hunde zu halten und zur Jagd einzusetzten. Einen Galgo zu besitzen bedeutete für eine Familie weniger Hunger leiden zu müssen, da er eine ergänzende Quelle zur täglichen Nahrungsbeschaffung bedeutete.

 

Aber was tun, wenn der Hund zu alt bzw. zu langsam für die Jagd wurde. Für die Besitzer der Hunde stellte sich diese Frage tatsächlich, da sie zu arm waren um die Hunde länger zu unterhalten als sie ihnen nützten. Aber wie? Gewehre waren teuer und nur in reichen Haushalten anzutreffen. Erhängen wurde zur gängigsten Methode, da sie die einfachste und billigste war, sich der Hunde zu entledigen. Das Erhängen der Galgos in Spanien kommt also aus einer Zeit der Armut, in der die ökonomischen Gegebenheiten die Besitzer zu solchen Handlungen zwangen, während es in heutiger Zeit der pure Sadismus der Besitzer ist, der diese Tötungsart aufrecht erhält. Alternativen zu diesem grausamen Ritual gibt es heutzutage genug.

 

Während des Franco Regimes begann eine große Landflucht, die Menschen wanderten in die Städte ab, um Arbeit zu finden. Die Arbeiter, die Zerstreuung und Abwechslung suchten, kamen sehr bald auf die Idee sich die Fähigkeiten der Galgos zu Nutze zu machen, indem sie die Hunde bei Hunderennen einsetzten. Die Menschen suchten nach geeigneten Plätzen, um mit einer Gruppe Galgos Rennen zu veranstalten. Hunderennen erfreuten sich innerhalb kurzer Zeit großer Beliebtheit, die aus England bekannte Begeisterung brach auch über Spanien herein. Was als Amateursport begann, wurde Ende der 70 - er Jahre professionell organisiert, Spanien besaß nun 16 Rennbahnen. Im Jahr 2006 wurde die letzte Rennbahn, “Meridiana” in Barcelona, geschlossen.

 

Zu Beginn der 80 - er Jahre hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Spanien deutlich verbessert. Viele Städter konnten sich nun einen Zweitwohnsitz auf dem Land leisten, zumeist in der Gegend aus der die Familie einst geflohen war. Ebenso profitierte die Landbevölkerung von dem wirtschaftlichen Aufschwung. In beiden Bevölkerungsschichten finden sich viele Galgobesitzer. Die alte Tradition, die Galgos am Ende der Jagdsaison zu entsorgen (erhängen, aussetzen, in Tierheime geben), behielt man bei.

 

Eine Untersuchung der “World Society for the Protection of Animals” (WSPA) in den Jahren 2001 und 2002 ergab, das zehntausende von Galgos jährlich in Spanien in der Hoffnung gezüchtet werden, dass einer von ihnen der nationale Coursing Champion wird.

Es ist ein jährliches Ritual der “Galgueros” ihre Galgos am Ende der Coursingsaison (Januar/Februar) zu töten.