Die Lage hat sich deutlich zugespitzt. Im 21. Jahrhundert sind die Probleme bezüglich der Galgos in Spanien sehr komplex. Es existieren Massenzuchtbetriebe in denen in diskriminierender, missbräuchlicher Form Galgos gezüchtet werden, um die stetige Nachfrage durch Jäger zu befriedigen. Die Hunde wachsen unter armseligsten hygienischen Bedingungen auf und haben fast keinen Kontakt zu Menschen. Sie werden weder geimpft, noch regelmäßig entwurmt und haben keinen anderen Wert, als den des reinen Jagdinstruments. Die Behörden bleiben untätig und es gibt keinerlei Kontrollen. Diese Hunde werden zum größten Teil auf großen Farmen (Welpen-Fabriken) gezüchtet. Galgos zu züchten ist einfach, ein Rüde, eine Hündin und einen überdachten Bereich, mehr braucht es nicht. Als Futter bekommen die Tiere in der Regel trockenes Brot. Das lässt die Leute glauben, die Galgo-Zucht sei völlig kostenfrei. Auf so einfache Weise ist garantiert, dass der Nachschub an Galgos für die nächste Jagdsaison problemlos produziert werden kann und man sich keine Gedanken darüber machen muss, seine Tiere auch im nächsten Jahr noch zu behalten, weil man dann wahrscheinlich schon wieder frisches Blut für die nächste Jagdsaison hat.

Ende Januar ist die Jagdsaison vorbei, dann tauchen Rüden und Hündinnen vor dem Tor der Tierheime auf. Das Durchschnittsalter der ausgesetzten Hunde liegt bei zwei bis drei Jahren. Ab April kommen überwiegend Hündinnen. Die Erklärung hierfür ist denkbar einfach. Sie wurden noch gebraucht um für die folgende Saison neue Hunde zu produzieren. Die Rüden werden, sobald sie gedeckt haben, nicht mehr gebraucht. Die Tiere, die große Jagderfolge verbuchen konnten, werden zur Zucht eingesetzt. Sie bleiben länger bei ihren Besitzern, manche bis zum Alter von acht Jahren. Aber ganz selten findet man einen Galgo, der älter als acht ist, noch bei seinem Besitzer.

 

Die Tragödie der Galgos besteht aus zwei Tatsachen: Die unkontrollierte Vermehrung und das massive Aussetzen am Ende der Jagdsaison.

 

Praktisch kann in Spanien jeder Galgos züchten, die einzige Grundvoraussetzung ist der Besitz eines Rüden und einer Hündin. Es gibt keinerlei Kontrollen von Seiten der Behörden. Es ist überflüssig zu sagen, dass es ein Gesetz gibt, denn niemand hält sich daran und es gibt keinerlei Kontrolle über Verstöße oder Zuwiderhandlungen. Dies alles geschieht, weil es keine Möglichkeit gibt die Verstöße zu kontrollieren. Jedes einzelne Tier muss identifizierbar sein – was nicht der Fall ist. Die Züchter müssen dazu gebracht werden ihre Tiere zu registrieren, um die Zucht zu regulieren. Die Galgozucht wird in Spanien exzessiv betrieben – eine riesige Population von Hunden,das Problem der “UNKONTROLLIERTEN GALGOZUCHT” muss an den Wurzeln gepackt werden.

in der Regel werden zwei- bis dreijährige Galgos, manchmal auch ältere Tiere abgegeben. Einige dieser Hunde landen bei Vereinen wie Scooby, der Fundaciòn Benjamin Mehnert oder Parenas. So haben sie zumindest eine Chance auf eine Zukunft, andere landen in den so genannten "Perreras" (Tötungsstation), wo die meisten von ihnen mit tödlichen Injektionen eingeschläfert werden. Einige sterben bei Verkehrsunfällen, einige werden erschossen, andere gehängt – das Erhängen von Tieren in Spanien wird trotz aller Kampagnen weiterhin betrieben. Für die Besitzer der Galgos sammeln die Tierschützer lediglich ihren Müll ein. Für sie bedeutet ein Hund nach Ende der Jagdsaison nichts anderes als Müll, dessen man sich möglichst schnellsten entledigen muss. Die Auffangstationen geben ihnen die Möglichkeit sich “reinen Gewissens” ihrer Tiere zu entledigen und sich der Verantwortung für sie zu entziehen. Gleichzeitig haben sie auch noch das Gefühl etwas Gutes getan zu haben

 

Es ist wichtig die Hunde aufzunehmen und für sie ein neues Zuhause zu finden

Weiterhin liegt die oberste Priorität darin, dass alle Leser die Kampagnen gegen die unkontrollierte Vermehrung der Galgos unterstützen.

Es darf einfach nicht passieren, dass jemand 15 Galgos hat, zwei Tiere behält und die restlichen 13 Hunde entsorgt. Die Züchter müssen lebenslang die Verantwortung für ihre Tiere übernehmen. Die Organisationen, die die Galgos übernehmen, dürfen nicht diejenigen sein, die darunter “leiden”, dass andere sich ihrer Verantwortung entziehen.

Mit “leiden” sind in diesem Zusammenhang die begrenzten Möglichkeiten gemeint. Ganz gleich, wie viel ein Einzelner zu leisten im Stande ist und zu helfen vermag, ganz gleich, wie groß ein Tierheim ist, es gibt immer Galgos, die nicht aufgenommen werden können, weil es ein begrenztes Platzangebot gibt, weil nicht genug helfende Hände vorhanden sind, weil das Tierheim nicht überfüllt werden sollte, oder ....